13. Mai 2026

Andreas Rettig stärkt Nagelsmann den Rücken

v.l.: Jan Hallen, Andreas Rettig, Gianni Costa, Timo Greinert, David Mondt, Fotos: W. Harste

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hat Andreas Rettig, Geschäftsführer Sport des DFB, beim Heimatabend der Düsseldorfer Jonges klare Unterstützung für Bundestrainer Julian Nagelsmann signalisiert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jonges Couch“ sprach Rettig am Dienstagabend, 12. Mai 2026, im Henkel-Saal offen über die anstehende WM in den USA, die zunehmende Entfremdung vieler Fans vom modernen Fußball und die aktuellen Diskussionen rund um die Nationalmannschaft. 


Mit Blick auf die öffentliche Kritik von Uli Hoeneß, Ehrenpräsident von Bayern München, an Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte Rettig deutlich: „Ich finde, das gehört sich nicht. Das macht man nicht.“ Gerade wenige Wochen vor einem großen Turnier seien öffentliche Debatten über den Bundestrainer nicht hilfreich. Zugleich stellte sich Rettig klar hinter den Nationalcoach und die Mannschaft. Wenn die entscheidenden Spieler gesund blieben, sei die deutsche Mannschaft „schwer zu schlagen“.

Neben sportlichen Fragen ging es an dem Abend auch um die zunehmende Kommerzialisierung des internationalen Fußballs. Deutliche Worte fand Andreas Rettig insbesondere zu den hohen Ticketpreisen bei der Weltmeisterschaft in den USA. Diese Entwicklung bezeichnete er als eine Art „Gentrifizierung“ des Fußballs. Viele Fans könnten sich Reisen und Eintrittskarten kaum noch leisten. Sozialverträgliche Ticketpreise seien deshalb ein wichtiger Bestandteil der deutschen Fußballkultur und eng mit der 50+1-Regel verbunden, für deren Erhalt sich auch viele Traditionsvereine wie etwa Fortuna Düsseldorf einsetzten.

Mit Blick auf den Abstiegskampf der Fortuna bekannte er augenzwinkernd, einer Mannschaft beim entscheidenden Saisonfinale „etwas kräftiger die Daumen“ zu drücken.

Darüber hinaus sprach der DFB-Geschäftsführer Sport über die Vorbereitungen des Deutscher Fußball-Bund auf das Turnier, die Entwicklung des Frauenfußballs sowie die Bedeutung von Nähe und Glaubwürdigkeit im Verhältnis zwischen Verband, Mannschaft und Fans. „Wir dürfen die Menschen nicht verlieren“, sagte Rettig mit Blick auf die Rolle des Fußballs als gesellschaftlicher Identifikationspunkt.

„Der Abend hat gezeigt, welche gesellschaftliche Kraft der Fußball entfalten kann – weit über den Sport hinaus. Die Stimmung im vollbesetzten Henkel-Saal war hervorragend, der Heimatabend wurde deutlich überzogen und die Gäste haben die offene Diskussion bis zum Schluss verfolgt. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Andreas Rettig einen der profiliertesten Fußballfunktionäre Deutschlands bei den Düsseldorfer Jonges begrüßen durften. Auch der lebendige Schlagabtausch mit Moderator Gianni Costa hat den Abend besonders gemacht“, sagte Timo Greinert, Vize-Baas der Düsseldorfer Jonges.